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Ein paar Bilder zu unserem AnkerCrash in Rovinj

 

In dieser Bucht ist immer etwas los
Kaum einer kennt sie nicht, die Ankerbucht von Rovinj bei etwa 45°04 N und 13°38 E! Eine beliebte Ankerbucht und vor allem im August wegen der überfüllten ACI-Marina häufig die einzige Möglichkeit die Nacht in Rovinj verbringen zu können.

In unserem Fall gingen wir mittags bei 9m Wassertiefe und mit etwa 50m Kette vor Anker. Die Crew wollte am späteren Nachmittag ganz dringend zum Sightseeing in den Ort. Es kam wie immer, unaufhaltsam füllte sich die Bucht und Anker für Anker grub sich mehr oder weniger gut mit Kette bestückt bei 8 bis 15m Wassertiefe in den Grund.

Das Chaos beginnt
Als Skipper kannte ich das Szenario bereits aus früheren Jahren und wenn der Platz zum Ankern an sich nicht mehr reichen würde, geben die ankommenden Yachten einfach etwas weniger Kette und schon trifft man beim Schwoien kein anderes Schiff.....

JANUS bleibt nicht allein zurück
Jedenfalls entschloss ich mich an Bord zu bleiben und das Treiben weiter zu beobachten. Der ausgeruhte Skipper durfte dann auch als erster, kurz vor Mitternacht die Ankerwache beginnen.

Der Wind hatte zwischenzeitlich auf W-SW gedreht und es lief unangenehm viel Schwell in die Bucht, was für erste, hektische Taschenlampen-Manöver auf den Nachbarschiffen sorgte.

Vor uns zog eine unbesetzte Bavaria 38 ihre Bahnen, gleitete bedrohlich nahe von einer Seite unseres Bug zur anderen und drehte dabei immer wieder ihren Bug durch den Wind.

Das erste Boot strebt los
Eine unbesetzte Yacht, die am westlichen Ende der Bucht direkt hinter der Landzunge ankerte verlor ihren Ankergrund und begann nun den führerlosen Weg direkt in Richtung der Hotelinsel, welche sich nördlich der Ankerbucht befindet.

Wie der Zufall es möchte, treibt sie auf halbem Weg zur Insel genau auf einen ankernden Mono zu, dessen Mannschaft das herrenlose Schiff nach dem ersten Einschlag einfangen und längsseits nehmen konnte. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis die johlende Crew im Beiboot an uns vorbei tuckerte und am ehemaligen Ankerplatz von den Nachbarliegern über das Schiksal ihre Bootes informiert wurde. Zu welchen Konditionen sie ihr stolzes Schiff wieder übernehmen konnten ist nicht bekannt.

Der Wind dreht weiter nach NW
Durch die neue Richtung des weiter auffrischenden Winds wurden die Bedingungen immer ekeliger. Mit Böen um 25Kn kamen immer höhere Wellen in die Bucht, welche dann in geringem Abstand hinter uns mit großem Getöse in das mit Felsen befestigte Ufer brachen. Von der hier entstandenen Gefahrenstelle hatte man sich dringend fern zu halten!

Es ist soweit, die Bavaria kommt
Alles Hoffen war vergebens, die Mannschaft der vor uns tänzelnden Bavaria ist noch immer nicht zurück und nun startet auch dieses Schiff zu einer führerlosen Fahrt!

Sie schlägt genau quer vor unsere beiden Bugspitzen, die ich in der Bauphase exakt an dieser Stelle äußerst massiv verstärkt hatte. So bestand für die Struktur der JANUS an dieser Stelle keine grössere Gefahr, diese aber lauerte hinter uns, und zwar exakt für den Fall, dass der wie verrückt auf- und ab springende Einrümpfer auch unseren Anker noch losreissen würde und wir im Päckchen auf die Felsen treiben würden.

Wir dachten es sei vorbei
So versuchten wir mit Fendern die Wucht der Einschläge zu mmindern, bis unser Kontrahent endlich über Steubord das Weite zu suchen schien! Wir versuchten noch das Schiff zu retten, indem wir es mit einer Leine sichern und längsseits hätten nehmen können. Aber der Höhenunterschied zwischen den beiden Schiffen ließ das nicht zu und wir mussten zusehen wie es in Richtung Ufer aufbrach.

Aber dann ging die Sache erst richtig los, denn der Anker welcher am Ende der paar Meter ausgebrachter Ankerkette baumelte verfing sich nun in userer Kette und das Spiel begann von vorne, allerdings jetzt entlang unseres Steuerbord-Rumpfes.
Wie sich später, nachdem wir das Schiff längsseits hatten, herausstellte, hing der Anker der Bavaria an unserem Hahnepot, also ca. drei Meter vor unserem Bug.
Die Kette der Bavaria war aber so kurz gesteckt, dass deren Rumpfspitze immer wieder in Höhe unserer Achter-Kabine in den Rumpf der JANUS einschlug. Im Nachhinein betrachtet war dies auch gut so, denn was wäre alles passiert, hätte die Yacht um uns herum gekonnt und wäre dann von hinten mit Anlauf immer wieder in die JANUS hinein gekracht.....

Alles zusammen haben wir mit dieser Aktion nicht nur eine ruhige Nacht verloren, drei verängstigte Kinder trösten müssen, sondern hatten auch noch einen kompletten Tag für Behördengänge zu investieren. Die Verursacher indes winkten uns nach ihren Behördengängen nochmals freundlich zu und verschwanden am Horizont.

Das Gute daraus: Wir wissen nun was alles zu erledigen ist, sofern man in kroatischen Gewässern eine Havarie erleidet!
Dazu haben wir im Mitgliederbereich eine Checkliste hinterlegt um deren Beachtung wir im Schadensfall dringend bitten müssen, denn ohne die nötigen Papiere und Stempel würde die gegnerische Versicherung in die Lage versetzt sich Taub zu stellen.
Gleiches gilt übrigens auch bei Kasko-Schäden, also Schäden am eigenen Schiff ohne Fremdeinwirkung.

T.Rm






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